{"id":270,"date":"2007-02-19T17:24:36","date_gmt":"2007-02-19T16:24:36","guid":{"rendered":"http:\/\/foepoek.der-napf.de\/?p=270"},"modified":"2013-03-27T17:59:41","modified_gmt":"2013-03-27T15:59:41","slug":"unruhe-in-der-lyrik-szene","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/foepoek.hoddle.de\/?p=270","title":{"rendered":"Unruhe in der Lyrik-Szene"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es tut sich was im Lyrik-Leben an der Ruhe. Leider nichts Gutes.<\/strong><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/foepoek.der-napf.de\/wp-content\/uploads\/2007\/02\/logo2.jpg\" \/><\/p>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Eklat letzten Monat in Castrop-Rauxel scheint die Dichterfraternit\u00e4t im Ruhrgebiet in unaufhaltsamer Desintegration begriffen. Die Protagonisten der Szene sind zum Teil geflohen, freiwillig ins Exil gegangen, haben sich paramilit\u00e4rischen Organisationen angeschlossen oder schlichtweg bessere Zeitvertreibe als Dichten entdeckt.<\/td>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/foepoek.der-napf.de\/wp-content\/uploads\/2007\/02\/brand.jpg\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/foepoek.der-napf.de\/wp-content\/uploads\/2007\/02\/mehmet.jpg\" \/><\/td>\n<td>Mehmet G\u00fcn\u00e7, der leidenschaftliche Improvisator aus Bochum-Hofstede, hat sich derweil einer \u00f6rtlichen uniformierten Miliz angeschlossen und h\u00e4lt mit einer Handvoll Gesinningsgenossen derzeit die Bochumer Innenstadt besetzt. Die Forderungen der Putschisten sind bislang unklar, obwohl sie schon den ganzen Tag \u00fcber Reden halten.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Balthasar Gr\u00fcnspan, der wohl zurecht hierzulande als lebende Legende verehrt wird, soll Augenzeugenberichten zufolge ein Kr\u00f6sken mit dem lyrischen Schwergewicht Boris U. aus M. angefangen haben. Unbest\u00e4tigten Berichten zufolge soll er au\u00dferdem bei sodomitischen Akten im D\u00fcsseldorfer Stadtparkteich beobachtet worden sein. So besorgniserregend solche unappetitlichen Details aus seinem Privatleben auch sein m\u00f6gen, und ungeachtet des moralischen Schadens den das Ansehen des Reviers als Kulturgebiet dadurch unweigerlich erleiden wird, zumindest l\u00e4\u00dft Gr\u00fcnspans so errungene Dichtung, insbesondere sein j\u00fcngstes Experiment in der Dinglyrik, Hoffnung f\u00fcr die Zunkunft der Poesie zwischen Ruhr und Emscher (und, in diesem Falle, Rhein) zu.<\/td>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/foepoek.der-napf.de\/wp-content\/uploads\/2007\/02\/uklatschsamtgruenspan.jpg\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/foepoek.der-napf.de\/wp-content\/uploads\/2007\/01\/doris3.jpg\" \/><\/td>\n<td>Was moralisch und strafrechtlich fragw\u00fcrdige Praktiken angeht, so wird Hr. Gr\u00fcnspan weit \u00fcberrundet von einer gewissen Fr. Brodt-Mathches, die in j\u00fcngster Zeit zum Teil auf der Bildfl\u00e4che erschien. Ganz hat sie nicht draufgepasst. Gegen Fr. Mathches-Brodt ist ein Ermittlungsverfahren in Sachen P\u00e4dophilie bei der Staatsanwaltschaft Recklinghausen anh\u00e4ngig. Das mutma\u00dfliche Opfer Kevin K. aus C. (12) ist zur Zeit untergetaucht, nicht aber ohne zuvor Fr. Brodt-Mathches&#8216; unsittliche Ann\u00e4herungsversuche \u00f6ffentlich denunziert zu haben. &#8222;Die doove Doris, die will mich k\u00fcssen&#8220;, so Keven K. w\u00f6rtlich. Frau Mathches-Brodt kam vor\u00fcbergehend auf Kaution frei, ist aber seitdem mehrfach polizeilich aufgefallen, vor allem durch Stalking von Frl. Spichalski aus W. Letztes Wochenende wurde Fr. Brodt-Mathches schlie\u00dflich in die geschlossene Anstalt Dortmund-Aplerbeck eingeliefert, wo sie z.Zt. unter Beobachtung steht. Ihr Hausarzt, Dentalepidemologe Dr. Struhl aus E., beschreibt ihren derzeitigen Zustand als, so w\u00f6rtlich, &#8222;unerquicklich, aber im Bereich des f\u00fcr Fr. Brodt-Mathches zu erwartenden Rahmen&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Der ber\u00fchmte Gelsenkirchener Barockdichter Sigismund Schimmelpoth derweil scheint sich endg\u00fcltig aus dem Gesch\u00e4ft zur\u00fcckgezogen zu haben. Hr. Schimmelpoth litt in den Vergangenen Wochen unter manisch-depressivem Liebeskummer, dessen Objekt die ber\u00fcchtigte Fr. Mathches-Brodt gewesen zu sein scheint. Pers\u00f6nliche Freunde und literarische Wegbegleiter zeigten sich am vergangenen Freitag gleicherma\u00dfen \u00fcberrascht, als der bis dahin zutiefst zivilisationspessimistische Dichter sein Weltbild buchst\u00e4blich \u00fcber Nacht \u00fcber den Haufen geworfen zu haben schien. Schimmelpoth selber soll f\u00fcr diese pl\u00f6tzliche Gem\u00fctswandlung dem Vernehmen nach die quasi-chirurgische Entfernung einer zu eng geschn\u00fcrrten Krawatte verantwortlich machen. Reporte aus gew\u00f6hnlich gut unterrichteten Kreisen weisen jedoch darauf hin, dass Hr. Schimmelpoth am Freitag in Witten von Optikermeisterin M. Spichalski eine Brille verschrieben bekam, und das seine eher ablehnende Reaktion Fr. Brodt-Mathches gegen\u00fcber zeitlich genau mit diesem Ereignis zusammenf\u00e4llt. Zufall?<\/td>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/foepoek.der-napf.de\/wp-content\/uploads\/2007\/02\/zweisamkeit.jpg\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\">Hrn. Schimmelpoths und Frl. Spichalskis Verbleib seit dem Wochenende ist noch ungekl\u00e4rt. Hrn. Schimmelpoths literarischer Agent, Hr. Rudibert v. Schw\u00f6lz, gab gegen\u00fcber der WHATS zu verstehen, dass er selber \u00fcber den momentanen Aufenthaltsort der beiden nicht unterrichtet sei, dass er aber zu seiner allergr\u00f6\u00dften Besorgnis eine E-mail erhalten habe, in der Hr. Schimmelpoth ank\u00fcndige, er habe das Verseschmieden satt und habe, so w\u00f6rtlich, &#8222;getz wat besseres zu tun&#8220;. Was soll nun aus der Ruhrgebietsdichtung werden?<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es tut sich was im Lyrik-Leben an der Ruhe. Leider nichts Gutes. Nach dem Eklat letzten Monat in Castrop-Rauxel scheint die Dichterfraternit\u00e4t im Ruhrgebiet in unaufhaltsamer Desintegration begriffen. Die Protagonisten der Szene sind zum Teil geflohen, freiwillig ins Exil gegangen, haben sich paramilit\u00e4rischen Organisationen angeschlossen oder schlichtweg bessere Zeitvertreibe als Dichten entdeckt. 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